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Sanierung der Stadtmauer an der Anton-Winkler-Straße beginnt

 

Ab Dienstag, den 7. Juni 2022, wird die historische Stadtmauer im Bereich der Anton-Winkler-Straße saniert und ertüchtigt. Wie berichtet, sind die Instandhaltungsmaßnahmen dieses ca. 45 m langen Abschnitts der Stadtmauer aufgrund von Schäden an der Mauerkrone erforderlich. Der Parkplatz ist für die Dauer der Arbeiten, die insbesondere Gerüstbau- und Baumeisterarbeiten beinhalten, gesperrt. Der Gehweg ist nur noch für Fahrräder und Fußgänger benutzbar. Eine Befahrung mit dem Auto ist nicht mehr möglich.

 

Die Kirchengasse auf der gegenüberliegenden Seite ist aufgrund eines Gerüsts nur eingeschränkt nutzbar. Der Zugang zur anliegenden Tiefgarage bleibt gewährleistet. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern. Die Stadt Bad Reichenhall bittet alle Anwohner um Verständnis! Die Baumaßnahme wird vom Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege gefördert.

 

Nachdem es bereits um die Mitte des 12. Jahrhunderts in Reichenhall eine Stadtmauer gegeben hatte, wurde deren Neubau nach der Zerstörung der Stadt im Jahre 1196 erforderlich. Der Verlauf der ab den 1220er-Jahren wiedererrichteten Reichenhaller Stadtmauer erstreckte sich auf 2,16 Kilometer Gesamtlänge. Ihre ursprüngliche Durchschnittshöhe betrug 7 Meter, die durchschnittliche Stärke im unteren Bereich ca. 1,8 Meter, verjüngte sich jedoch nach oben hin auf rund 60 cm. Diese sogenannte Brustwehr war mit Schießscharten – sogenannten Schlüsselscharten – ausgestattet und mit einem durchlaufenden Wehrgang versehen, dessen Satteldach die Verteidiger nicht nur gegen Regenwetter, sondern auch gegen herumfliegende Geschosse schützte.

 

Die gesamte Bürgerschaft war zur Verteidigung der Stadt verpflichtet. Rund ein Fünftel bis ein Viertel des städtischen Haushalts floss alljährlich in den Bauunterhalt der Verteidigungsbauten. Bäche, wie der Hammerbach und Weißgerberbach, sowie Stadtgräben, wie im erhöhten Gelände am „Pulverturm“, waren der Stadtmauer vorgelagert und stellten ein zusätzliches Hindernis dar.

 

Mehrere Türme, deren Anzahl sich im Verlaufe der Jahrhunderte änderte, sicherten neuralgische Punkte ab und flankierten die Zugänge zur Stadt. Als Haupttore galten das „Salzburger Tor“ an der St.-Johannes-Spitalkirche sowie das „Tiroler Tor“ an der Mündung Tiroler Straße / Anton-Winkler-Straße. Beide Tore verband die im Range einer Reichsstraße stehende Fernverbindung zwischen Salzburg und Innsbruck.

 

Die letzte militärische Verteidigung der Stadt erfolgte im Jahre 1809; danach wurden die meisten Teile der Stadtmauer abgebrochen oder verfielen. Die noch vorhandenen Mauerreste stehen unter Denkmalschutz und sind in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen.

 

Stadtmauer

 

 

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