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„Licht & Schatten“ im Bad Reichenhaller Einzelhandel
 

Im Rahmen des Bad Reichenhaller Gründer*innen Wettbewerbes „sei mutig“ wurde auch der heimische Handel untersucht. Durchgeführt wurden eine Kaufkraftstromanalyse, eine Einzelhandelsstrukturanalyse und ein Wettbewerbscheck der Innenstadtbetriebe.

 

Die Ergebnisse präsentierte die Bad Reichenhall Tourismus & Stadtmarketing GmbH gemeinsam mit dem beauftragten Beratungsunternehmen CIMA und Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung in einer Pressekonferenz am 20.10.2021 in Bad Reichenhall. Die Kurzfassung formulierte Mag. Roland Murauer, Projektleiter der CIMA, mit „Licht & Schatten“.

 

Treue Stammkunden, Tourismus, Online und neue Ideen       

Was Bad Reichenhall auszeichnet ist, dass die eigene Bevölkerung, insbesondere bei den kurzfristigen Bedarfsgütern, eine hohe Standorttreue auszeichnet – 85% beziehen diese Waren in der Alpenstadt.  Nimmt man alle Warengruppen, so sind es noch immer 65% der Waren, die vor Ort gekauft werden. Roland Murauer: „Ein Ausruhen auf diesem Wert ist aber nicht angezeigt. Hier wäre es wichtig, dass innovative Geschäfte und moderne Ideen nach Bad Reichenhall gebracht werden.“

 

Klar verloren hat Bad Reichenhall bei Marktanteilen im Einzugsgebiet, das über die Grenze bis nach Salzburg und bis nach Traunstein reicht. Der gesamte Kaufkraftabfluss betrug 2020 rund 34,6 Mio. Starke Verluste mussten die Geschäfte in der Alpenstadt auch beim Umsatz verzeichnen. Seit 2005 war es ein Minus von über 5%.  Ein Stabilisator für den Umsatz ist der Tourismus. Dieser ist für den Handel von enormer Bedeutung. Rund 33 Mio, das sind 27% des gesamten Einzelhandel Umsatzes, entfielen auf die Gäste der Alpenstadt.

 

Und eines hat die Analyse auch klar ergeben: Der deutlichste Konkurrent ist der Online- Handel. Dieser hat seit 2005 die Stadt Salzburg als Mitbewerber Nr. 1 abgelöst.

 

Struktur des Einzelhandels

Ein Trend, der auch nicht an Bad Reichenhall vorbeigegangen ist, ist die „Marktbereinigung“ bei den Verkaufsflächen in der Innenstadt. Seit 2005 verlor hier die Innenstadt über 17% Fläche an den Außenbereich.

Sehr positiv zu vermerken ist jedoch, dass die Produktivität der verbliebenen Geschäfte um 11% gestiegen ist. Knapp 4.000 Euro werden pro Quadratmeter erwirtschaftet. Das ist auch im Verhältnis zu anderen Innenstädten erfreulich hoch.

 

Dringender Handlungsbedarf ist laut CIMA im Bereich Leerstandsquote angezeigt. Im Erhebungszeitraum betrug der ebenerdige Leerstand rund 12% aller Einzelhandelsflächen. Das waren konkret 47 Einheiten (ebenerdig), davon 34 Einzelhandelseinheiten.

 

 

Wie wettbewerbsfähig ist der Bad Reichenhaller Einzelhandel?

Der hohe Anteil an inhabergeführten Betrieben, deren besonderer Service und die Beratung, ist auch ein Garant für den hohen Anteil an Stammkunden. Insgesamt 63% Stammkunden bringt dem Einzelhandel eine sehr hohe Wettbewerbsfähigkeit. Gefährdet wird diese gleichzeitig durch offene Fragen der Betriebsnachfolge und wenig vorhandener Digitalisierung.

Was immer wieder angeführt wird, dass die Mietpreise in Bad Reichenhall zu hoch seien, hat sich in der Erhebung nicht bestätigt. Ein hoher Anteil, insgesamt 59% der Landefläche, befindet sich in einem – dem Ort üblichen Preisniveau.

 

Empfehlungen

Zusammenfassend formuliert Roland Murauer die Situation folgendermaßen: „Die Voraussetzungen sind (noch) gut, aber die Stadt und auch die Einzelhändler dürfen sich auf diesem Status nicht ausruhen.  Defizite und damit Gefahren sind bei den Themen Innovation, Betriebsnachfolge und auch fehlender Digitalisierung zu vermerken“.

 

Gründer*innen Wettbewerb verlängert

Der im März 2021 ins Leben gerufene Gründer*innen Wettbewerb „Sei Mutig“ wird verlängert – bis 20. Dezember können neue Konzepte und Ideen noch eingereicht werden.

„Wir haben gesehen, dass die Verunsicherung durch die Corona Pandemie doch größer war als erwartet“, so Brigitte Schlögl vom Tourismus- und Stadtmarketing. Die Kommunikation in den letzten Monaten, die auch weit über die Grenzen von Bad Reichenhall hinaus erfolgte, hat wohl auch deshalb noch nicht den gewünschten Effekt erzielt.

 

Neben der heutigen Pressekonferenz wird es daher am 2. November eine Infoveranstaltung stattfinden, bei der Best Practice Beispiele ebenso präsentiert werden, wie die Förderung des Dialoges zwischen den potentiellen Gründer*innen, den Kooperationspartnern und auch dem Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice. Eingeladen werden alle Interessierten, die sich über den Wettbewerb informieren wollen.

Brigitte Schlögl: „Derzeit gibt es einige Einreichungen, wir würden uns aber – aufgrund unseres Potentials – noch kreativere und innovativere Ideen, wünschen“.

 

„Die Stadt Bad Reichenhall hat aufgrund ihrer Lage, der stabilen Kaufkraft im gesamten Einzugsgebiet aber auch des gut funktionierenden Tourismus, die besten Voraussetzungen für Geschäftsgründer“, so Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung. „Hier sind aber alle gefordert, mehr als bisher aktiv zu tun. Und das bezieht sich nicht nur auf die Stadtverwaltung und das Stadtmarketing, sondern auch auf jeden einzelnen Unternehmer.“

 

seimutig_Poster_Bad_Reichenhall

 

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