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Ölbergfigur

 

Halb liegender Jünger aus der Ölberggruppe mit ausgestreckten Beinen, aufgerichtetem Oberkörper, nach hinten gelegten Kopf, den Blick nach oben gerichtet. Er trägt ein blaues Gewand, ein rotes Tuch und ein vergoldetes Unterkleid.

 

Die Ölberggruppe stellt figürlich die biblische Szene dar, in der Jesus zusammen mit seinen Jüngern in der Nacht vor seiner Kreuzigung im Garten Gethsemane betet. Die Gruppe besteht in der Regel aus einer Jesusfigur und Figuren der schlafenden Jünger Petrus, Johannes und Jakobus sowie eines Engels.

 

Das Exponat wurde 2015 von Frau Katja Kleindienst restauriert. Die Fassung war vor der Restaurierung an vielen Stellen locker oder verloren. Zunächst wurden eine feuchte Oberflächenreinigung sowie eine Trockenreinigung der Innenflächen durchgeführt. Danach folgten die Festigung der Farbschicht und das Eintönen der hellen Fehlstellen. Das Objekt wurde konserviert und die Fehlstellen optisch zurückgedrängt.

 

 

Ölbergfigur_vor der Restaurierung

Ölbergfigur vor der Restaurierung

Foto: Katja Kleindienst

 

 

Ölbergfigur_nach der Restaurierung

Ölbergfigur nach der Restaurierung

Foto: Katja Kleindienst

 

 

 

Wappenschild

 

Der bayerische Wappenschild mit Bekrönung wird von zwei Löwen auf floralem Rankenwerk flankiert. Er stammt aus der Werkstatt Adolph Hebenspergers aus München. Das Objekt hing in der Eingangshalle der Kuranstalt „Dianabad" in Bad Reichenhall.

 

Das Exponat wurde 2016 von Frau Susanne Raffler restauriert. Um das Wappen wieder in einem gepflegten, gealterten und konservatorisch einwandfreien Zustand erscheinen zu lassen, war als erster Schritt die Wiederbefestigung der gebrochenen Wappenkrönung erforderlich. Die vergoldete Oberfläche wurde in jüngerer Zeit mit einem vermutlich ölhaltigen Überzug überarbeitet, der stark verbräunt erschien und eine vermehrte Schmutzanbindung an der Oberfläche begünstigte. Dieser Überzug wurde abgenommen, um das ursprüngliche Erscheinungsbild der matt vergoldeten Oberfläche wiederherzustellen. Stellenweise ist das Kupfer oxidiert. Die Oxidationsprodukte wurden mit der Restaurierung reduziert und das Material gefestigt.

 


Wappenschild vor der Restaurierung

Wappenschild vor der Restaurierung

 

Zwischenstand

Zwischenstand

 

Wappenschild nach der Restaurierung

Wappenschild nach der Restaurierung

 

Detailansicht nach der Restaurierung

Detailansicht nach der Restaurierung

 

Fotos: Susanne Raffler und Stadtmuseum Bad Reichenhall

 

 

Stockuhr

 

Der Begriff Stockuhr oder auch Stutzuhr ist eine Bezeichnung für eine kurze und scheinbar gestutzte Standuhr. Sie wurde auf Tische, Kommoden, Kamine usw. gestellt. Das Gehäuse dieser Uhr ist typisch für eine süddeutsche Biedermeieruhr. Das Ziffernblatt mit arabischen Ziffern und Minuteneinteilung ist schauseitig verglast.

 


Die Uhr wurde 2014 von Horst Frey restauriert. Da das vorhandene Werk bereits erheblich beschädigt war, wurde ein adäquates Werk mit gleichem Aufbau aus der ähnlichen Zeit und Region beschafft. Ziffernring, Zeiger und Pendel mussten restauriert werden. Das Werk wurde zerlegt, sämtliche Werkstoffe gereinigt, entrostet, entoxydiert, die Stahlteile geschliffen, die Messingteile poliert und die Zähne nachgeschliffen. Nach der Entnahme und Kontrolle der Federn wurde das Werk wieder zusammengesetzt. Das Schlagwerk wurde justiert, die Schlaghämmer aufgesetzt, die Pendelführung umgebaut und die stark verrosteten Zeiger wurden geschliffen. Danach folgten die Restaurierungen am emaillierten Ziffernring und dem Holzgehäuse.


Vor der Restaurierung

Stockuhr vor der Restaurierung

 

Nach der Restaurierung

Stockuhr nach der Restaurierung

 

Uhrwerk vorher_nachher

 

Uhrwerk

Das alte Uhrwerk war so stakt beschädigt, dass es nicht repariert werden konnte und durch ein Neues ersetzt wurde.

 

Fotos: Horst Frey und Stadtmuseum Bad Reichenhall