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Mangelhafter Brandschutz hat ernste Konsequenzen

Frühzeitige Planung ist wichtig - Service im Landratsamt

 

Berchtesgadener Land - Umfassender Brandschutz in Unternehmen ist keine Schikane, sondern dringend notwendig für die Zukunftssicherung. Wie ernst Unternehmer das Thema nehmen, zeigte die voll besetzte Veranstaltung der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH (BGLW) in der Feuerwache in Karlstein/Bad Reichenhall. Hier stellte Bauamtsleiter Günter Ehrichs unter anderem die zwei neuen Servicemitarbeiter des Gewerbeteams im Landratsamt vor.

 

Das Brandinferno in Schneizlreuth 2015, das sechs Menschenleben forderte, war eine Tragödie für die Betroffenen und die Hinterbliebenen und ein Schock für das Berchtesgadener Land. In der Folge verlor der verantwortliche Unternehmer seine Existenz und wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. „Wenn nach einem Brand nachgewiesen wird, dass der Brandschutz vernachlässigt wurde, kann das ernste strafrechtliche Konsequenzen bedeuten", betonte Günter Ehrichs, zuständiger Fachgebietsleiter des Bauamtes im Landratsamt. „Wir müssen das Bewusstsein der Unternehmer schärfen, dass Brandschutz Chefsache und zentraler Punkt der Gebäudeplanung ist." Dass es jederzeit zu einem Brand kommen kann, zeige die Statistik der Feuerwehr. Jährlich brechen drei bis vier Brände in Gewerbebetrieben im Landkreis aus.


Der Dialog zwischen Landratsamt und Unternehmern kann daher laut Ehrichs nicht eng genug sein und müsse noch verbessert werden. Ab sofort stehen Unternehmern im neuen Gewerbeteam des Landratsamts zwei Ansprechpartner zur Verfügung. „Nehmen Sie schon in der Planungsphase Kontakt auf", appellierte Ehrichs an die anwesenden Unternehmer.


Je früher diese bei der Bauplanung an Brandschutzmaßnahmen denken, desto kostengünstiger wäre die Umsetzung. Der Bauamtsleiter: „Nachträgliche bauliche Maßnahmen verteuern den Bau immer." Für bestehende Gebäude, insbesondere Sonderbauten mit erhöhtem Gefahrenpotenzial, sei die gemeindliche Feuerbeschau ein wirksames Instrument, um Brandschutzmängel festzustellen.


Hilfestellung zum vorbeugenden Brandschutz gibt der IHK-Leitfaden", so Florian Kraus von der IHK München. Hier sind vorbeugende Maßnahmen und deren Dokumentation beschrieben und es wird erläutert, welche Gesetze eingehalten werden müssen. Der Leitfaden steht unter www.berchtesgadener-land.de/veranstaltungsarchiv zum Download bereit.


Kreisbrandrat Josef Kaltner schilderte abschließend Brandschutzmaßnahmen aus Sicht der Feuerwehr. Sie sollen sicherstellen, dass die Feuerwehr wirksam löschen und schnell Menschen retten kann. Das fange bei einfachen Dingen an. Im Winter muss die Rettungszufahrt frei von Eis und Schnee sein. Rettungswege und Treppenhäuser dürfen nicht zugestellt sein, die Löschwasserversorgung muss sichergestellt werden.

Eine Informationsveranstaltung zum Thema Brandschutz speziell für Gastronomie und Hotellerie findet am Montag, 4. Februar 2019, im Hotel Edelweiss statt. Informationen und Anmeldung unter: https://veranstaltungen.berchtesgadener-land.de.

 

Pressemitteilung Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH

 

 

Unbenannt

Brigitte Holzner-Moeller und Günther Ehrichs vom Landratsamt, Florian Kraus, IHK für München und Oberbayern, Kreisbrandrat Josef Kaltner Kreisbrandrat und Veranstalterin Barbara Platschka, BGLW.

Foto: BGLW