Home » Aktuelles » Baumarbeiten 2019 im Bad Reichenhaller Stadtgebiet


Baumarbeiten 2019 im Bad Reichenhaller Stadtgebiet


Um für die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich Transparenz zu schaffen, informiert die Stadt Bad Reichenhall gemeinsam mit den übrigen zuständigen Behörden und Ämtern ausführlich über abgeschlossene und geplante Baumarbeiten im Bad Reichenhaller Stadtgebiet im laufenden Jahr.

 

In einem mittlerweile regelmäßigen Turnus wird von der Stadtgärtnerei zusammen mit dem Umweltreferenten des Stadtrats eine Baumbeschau vorgenommen, um die anstehenden Maßnahmen in Sachen Baumarbeiten abzustimmen. In der diesjährigen Rundfahrt mit dem Umweltreferenten der Stadt Bad Reichenhall, Dr. Wolf Guglhör, dem Stadtgartenmeister Martin Haberlander und dessen Stellvertreter Marcus Reinhold wurde wieder ausführlich über die Situation des Stadtgrüns berichtet.

 

Bei dieser Gelegenheit wollte sich der Umweltreferent ein Bild über den Abschluss der angekündigten Ersatzbepflanzungen aus dem Vorjahr machen, so wurden beispielsweise die neuen Baumalleen in der Adalbert-Stifter-Straße und der Riedelstraße besichtigt und auch über den aktuellen Stand der bereits erwähnten Ausweisung von Habitat-Bäumen wurde informiert.

Im Anschluss besprachen die Beteiligten den Handlungsbedarf auf Grundlage der Baumkontrollen und der forstwirtschaftlichen Gesichtspunkte für das erste Quartal 2019 und stimmten die notwendigen Maßnahmen ab. Wie Stadtgartenmeister Haberlander ausführte, war das letzte Vegetationsjahr 2018 geprägt von einer großen Trockenheit. „Erfahrungsgemäß sind erst im Folgejahr die Schäden am deutlichsten zu sehen", gab er zu bedenken. Dr. Guglhör schlug hierauf eine Beteiligung der Reichenhaller Bürger bei der Bewässerung der Stadtbäume vor. „Falls es sich bestätigt, dass die Trockenschäden zunehmen, wäre es wünschenswert, wenn die Bürger sich insbesondere in großen Trockenperioden beim Gießen der Stadtbäume in ihrer Nähe mit einbringen würden", regte der Umweltreferent an. Lösungsvorschläge vonseiten der Bürger seien hier ausdrücklich erwünscht.

 

Generell sind Haberlander zufolge in diesem Jahr weniger Stadtbäume zu fällen als im Vorjahr, am meisten betroffen sind Waldstücke, wie z.B. in Marzoll an der Raintalstraße (ca. 55 Stück), im Nonner Oberland auf dem Parkplatz am Beginn der Straße (ca. 15 Stück) und an der Seebachkapelle in Richtung Thumsee (ca. 25 Stück). Überwiegend sind diese Maßnahmen dem Eschentriebstreben geschuldet, eine Flächenrodung sei jedoch ausgeschlossen, wie Haberlander versichert. „Grundsätzlich ist das Ziel, den Jungbewuchs durch Kulturmaßnahmen zu fördern und den Grüngürtel zu erhalten", erklärt der Stadtgartenmeister. Erfreulicherweise ist der Alleebaumbereich im Stadtgebiet weniger betroffen, es handelt sich hier lediglich um Einzelbaumentnahmen.


Auffällig ist allerdings eine Verschlechterung des Eschentriebsterbens im Bereich des Thumsee-Rundwegs, aktuell müssen ca. 15 betroffene Bäume entfernt werden, die Anzahl der Bäume, die der Biber fällt, ist noch nicht bekannt. Über die Bibersituation am See und über Erfahrungsberichte der letzten 6 Monate bezüglich des aufgetragenen Quarz-Sand-Gemisches zum Schutz der Bäume sowie über die aktuelle „Speisekarte" wird im Rahmen eines Biberrundgangs mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Frühjahr 2019 gesondert berichtet.


Alle übrigen Baumfällmaßnahmen sind aufgrund der städtischen Bauvorhaben für Kinder- und Bildungseinrichtungen notwendig, so beispielsweise durch den Neubau des Kindergartens am Leitererweg, der Kindertagesstätte in Marzoll oder die Schaffung einer Übergangslösung für die Grund- und Mittelschule St. Zeno. Auch an der Grundschule Heilingbrunnerstraße muss eine große Birke gefällt werden, deren Standsicherheit gefährdet ist.

 

Den Grund, warum gerade zum jetzigen Zeitpunkt mehr Bäume gefällt werden, erklärt Haberlander so: „Aufgrund der zum 1. März beginnenden und bis 30. September andauernden und insbesondere dem Schutz der Brutstätten dienenden Vogelschutzzeit finden die notwendigen Baumfällarbeiten vermehrt von Oktober bis Ende Februar statt." Im Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatschG) ist das Fäll- und Schnittverbot geregelt, ausgenommen ist davon z.B. Wald. Nähere Auskunft gibt es bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Berchtesgadener Land, FB 33 Naturschutz und Jagdwesen. Die Stadt Bad Reichenhall ist dabei bemüht, die Fällungen weitestgehend zu begrenzen und in jeder Hinsicht so verträglich wie möglich durchzuführen.

 

In der zweiten Jahreshälfte 2019 wird die Stadtgärtnerei über den Stand der weiteren Ersatzpflanzung berichten, so auch über den bevorstehenden Abschluss der Pflanzaktion des „Rotary Clubs".

 

Die Stadt Bad Reichenhall steht zudem in engem Kontakt und Abstimmung mit den übrigen Behörden und Ämtern, die im Stadtgebiet von Bad Reichenhall Grundstücksflächen verwalten.

 

So kündigt das Liegenschaftsamt an, dass auf den städtischen Waldflächen (Distrikt I bis VI von Schwarzbach bis Müllner Berg) entlang öffentlicher Wege und Straßen auch im laufenden Jahr wieder erforderliche Verkehrssicherungsmaßnahmen stattfinden werden. Dazu werden turnusgemäß die Flächen vom zuständigen Förster Anton Resch begangen und die zu entnehmenden geschädigten Baumstämme markiert. Die Fällungsmaßnahmen werden dann zeitnah in den kommenden Wintermonaten durch sachkundige Unternehmen vorgenommen. Auf flächige Baumfällungen wird dabei ausdrücklich verzichtet.

 

Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin Ende letzten Jahres wurden die Gehölzpflegemaßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein mit der Stadt Bad Reichenhall abgestimmt. Das Wasserwirtschaftsamt hat in einer gesonderten Pressemitteilung bereits darüber informiert. Die entsprechende Pressemitteilung steht interessierten Bürgerinnen und Bürgern hier zur Verfügung.

 

Mitte Februar 2019 erfolgte der Startschuss für die dringende Deichsanierung zwischen der Vogelthennstraße und der Staufenbrücke. Der bestehende Hochwasserschutz an der Saalach entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Bei einem großen Hochwasser besteht die Gefahr eines Deichbruchs. Für die laufende Baumaßnahme im Auftrag des Wasserwirtschaftsamts Traunstein waren entlang der B20/21 und entlang des bestehenden Deichs Rodungen erforderlich. Der Waldverlust wird an anderer Stelle ausgeglichen. Zudem sind nach Abschluss der Maßnahme an geeigneten Stellen Vor-Ort-Ersatzpflanzungen geplant. Zur Deichsanierung informierte das Wasserwirtschaftsamt in einer Bürgerver-sammlung und über mehrere Pressemitteilungen. Zudem fanden zusammen mit Dr. Wolf Guglhör vor Beginn der Rodungen zwei Begehungen statt.

 

Vonseiten des Staatlichen Bauamts Traunstein müssen als Ergebnis der in den vergangenen Monaten durchgeführten Baumkontrolle in diesem Jahr entlang der Staatsstraße St2101 von Bad Reichenhall bis zum Thumsee insgesamt 25 Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden, davon 8 Bäume in Karlstein. Entlang der B20/B21 sind nach derzeitigem Kenntnisstand keine Fällungen vorgesehen, in diesem Bereich ist jedoch auch die Ersterfassung der Bäume noch nicht abgeschlossen.

 

Außerdem beabsichtigt das Staatliche Bauamt Traunstein in Abstimmung mit der Stadt Bad Reichenhall auf der Staatsstraße im Bereich zwischen Karlstein und der Kretabrücke eine Instandhaltungsmaßnahme durchzuführen, bei der auch der Einmündungsbereich von der Auffahrtsrampe der B21 in die Staatsstraße umgebaut und Radfahrstreifen auf der Brücke des Saalachkanals hergestellt werden. Ebenfalls möchte das Staatliche Bauamt Traunstein die bereits seit einigen Jahren durch die Unfallkommission geforderten Beschleunigungsstreifen an den Anschlussstellen der B20 in die B21 im Bereich der Loferer Straße sowie der Reichenhaller Straße errichten. Im Zusammenhang mit diesen Baumaßnahmen kann es zu geringfügigen Eingriffen in das Straßenbegleitgrün bzw. zu Baumfällungen geringeren Umfangs kommen.

 

Nicht auszuschließen sind sogenannte Akutfällungen, die nach Schneebruch, Orkanstürmen etc. aus Gründen der Verkehrssicherheit durchgeführt werden müssen. Auch das fortschreitende Eschentriebsterben im Saalach Tal kann jetzt im unbelaubten Zustand nicht beurteilt werden. Daher ist es nicht auszuschließen, dass im Frühjahr mit Beginn des Blattaustriebs Schädigungsgrade an den Eschen festgestellt werden, die zu Baumfällungen führen können. Da das Bauamt aber in diesem Bereich in den vergangenen Jahren vermehrt verkehrsgefährdende Eschen entfernt hat, ist aller Voraussicht nach mit keinen größeren Baumfällaktionen zu rechnen.

 

Wie der Forstbetrieb Berchtesgaden erklärt, sind folgende stadtnahen Bestände der Bayerischen Staatsforsten aktuell im Zuge der Verkehrssicherung von Fällungsmaßnahmen bzw. Rückschnitten betroffen:

An der Zenoleite am Kirchholz im Bereich Königsweg und Hubertusstraße oberhalb des Friedhofes kam es aufgrund von Schneedruck zur Rücknahme von abgängigen Eschen und hängenden Laubholzbäumen am Hanggrundstück. An der Waldwegsiedlung im Bereich Königshöhe wurden aufgrund von Schneedruck hängende und abgehende Einzelbäume entnommen. Zudem wurden am Oberhöllerweg abgestorbene Einzelbäume entfernt. Im Bereich außerhalb des Nonner Stadions kam es zu Baumentnahmen aufgrund von Schneebruch- und Schneedruckschäden. Entlang des Zauns am Sportplatz wurden einzelne abgehende Eschen entnommen. Auch am Anstieg zur Ruine Karlstein wurden einzelne abgehende Eschen entfernt.

 

Grundsätzlich gilt, dass es sehr schwierig ist, Verkehrssicherungsmaßnahmen ein Jahr vorauszuplanen, da beispielsweise heute gesunde Eschen in einem halben Jahr schwere Krankheitssymptome des Eschentriebsterbens bekommen können. Zudem können Sturm-, Schneebruch- und Schneedruckschäden, wie sie derzeit wieder vermehrt auftreten, nicht vorhergesagt werden.


Die Stadt Bad Reichenhall und die mit ihr zusammenarbeitenden Ämter sind jedoch bemüht, den Bürgerinnen und Bürgern größtmögliche Sicherheit und Transparenz zu bieten.

 

 

file - Kopie

Umweltreferenten Dr. Wolf Guglhör überzeugt sich im Rahmen der alljährlichen Baumschau von den vorgenommenen Ersatzpflanzungen der Stadtgärtnerei.

Foto: Stadt Bad Reichenhall

 

 

 

Detaillierte Informationen über Art und Umfang der Baumarbeiten, die Lagepläne und die Ursachen der Schädigungen finden Sie hier:

 

Baumarbeiten 2019 der Stadt Bad Reichenhall

 

Gehölzpflegemaßnahmen 2019 des Wasserwirtschaftsamts Traunstein