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Ausstellung: Yoshi Takahashi - Retrospektive 1958-1998

 

Eröffnung: Donnerstag, den 29. November 2018, 19 Uhr
Begrüßung: Dr. Herbert Lackner, Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall
Einführung: Stefan Wimmer, Direktor der Kunstakademie Bad Reichenhall
Dank: Chiharu Takahashi
Ort: Städtische Galerie im Alten Feuerhaus, Aegidiplatz 3, 83435 Bad Reichenhall
Öffnungszeiten Mi - Sa 15-18 Uhr, So 12-15 Uhr
Ausstellungsdauer: 30. November 2018 - 13. Januar 2019

 

Kunstakademie Bad Reichenhall präsentiert Retrospektive von Yoshi Takahashi in Städtischer Galerie im Alten Feuerhaus +++ 40 Jahre Kunst +++ Von Tokio über München nach Bad Reichenhall +++ Picasso, Dubuffet, Klee - Referenzgestirne des Künstlers

 

"Wenn ein neuer Stil gefunden und das Bild gelungen ist, kann es den Betrachter in seinen Bann ziehen, es kann überraschen ... Ich abstrahiere aus dem Gefühl heraus, das aus dem Herzen kommt, wie ein Kind."
Yoshi Takahashi

 

Mit der Retrospektive des japanischen Künstlers Yoshi Takahashi beschreiten wir in Bad Reichenhall Neuland. Unser Wunsch, in der Städtischen Galerie im Alten Feuerhaus, neben international renommierten Künstler*innen, wieder verstärkt auch den Blick auf Künstler*innen der Region zu richten, fällt mit der historischen Gelegenheit zusammen, dass wir in dieser Ausstellung das 40-jährige Schaffen des Künstlers zeigen und gleichzeitig das 20 Jahre zurückliegende Todesjahr des Künstlers. Takahashi verkörpert das Gelingen der kosmopolitischen Idee des 20. Jahrhunderts. Kulturell geprägt durch seinen japanischen Ursprung, ein Zuhause in der europäischen Kultur gefunden und dies im eigenen Werk gewinnbringend verschmolzen.

 

Yoshi Takahashi, 1943 in Tokio geboren und dort bereits als Künstler ausgebildet, kam Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts nach Europa und hat sein Studium an der Münchener Akademie der Bildenden Künste fortgesetzt. Als Dozent in München wie auch in Salzburg mit Schwerpunkt auf der Radierung wählt er Bad Reichenhall 1967 zu seinem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt.


Sein Werk zeigt nicht nur die Bewunderung der europäischen Moderne, sondern auch seine künstlerische Fähigkeit, die Prinzipien der modernen Malerei seit Cézanne zum Leben zu erwecken. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelt Takahashi seine eigene Bildsprache. Bestimmt und geprägt aus einer besonderen emotionalen Perspektive auf die Realität. Farbe und Geste, Strich und Figur sind Wesensmerkmale seiner Bilder, doch treibende Kraft ist seine Fähigkeit, der eigenen Emotion eine visuelle Erscheinung zu geben, die der Betrachter in seinen Werken erleben kann.

 

Während er in den 50er-Jahren in Japan seine Begeisterung für die europäische Malerei vertieft - wir zeigen Werke von 1958, als der Künstler 15 Jahre alt war - beginnt Mitte der 60er-Jahre eine Umorientierung. Die Abstraktion, gespeist aus der Erfahrung seiner Reisen nach Paris, das sowohl die Meister der Moderne wie Cezanne, Matisse und Picasso in einzigartiger Vielfalt erfahrbar macht wie auch die des Tachismus und des Informel. Gerade diese beiden Strömungen haben die Beziehung zwischen Natur, Seele und Gegenstandslosigkeit auf neue Höhen getrieben. Geprägt über die Farbe, die Dynamik der inneren Energien und verbunden mit der Erdigkeit in der Benutzung von Malmaterialein wie Sand, Steinen und Erde. Nicht zufällig finden sich in der Reihe der prägenden Künstler der 60er- und 70er-Jahre in Paris Künstler aus Japan (u.a. Tsuguharu Foujita) und China (u.a. Zhao Wou-Ki). Begleitet wird diese Suche nach der Abstraktion durch eine Reise in die USA, die ein neues Gefühl von Offenheit und Weite ermöglicht. Wohingegen der abstrakte Expressionismus und die Farbfeldmalerei der US-amerikanischen Künstler keine Anziehungskraft zu haben scheinen.

 

Aber bereits wieder Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre tritt die alte Liebe der Gegenständlichkeit, des Figürlichen, des Narrativen erneut in den Fokus. Die größte Inspirationsquelle Paul Klee lässt Takahashi zurückkommen zu einer Mischung aus Gegenstand und beinahe musikalischer Farbigkeit. Grau-, Grün- und Brauntöne treten gegenüber Rot- und frischeren Grüntönen in den Hintergrund. Wir sehen Tiere und abstrahierte Personen, Stadtlandschaften, die in der typischen kubischen Anordnung von Farbflächen eine Stimmung evozieren, eine musikalische oder lyrische Form der Abstraktion, wie sie von Paul Klee bekannt ist.

 

Diese Grundhaltung - bereits durch intensives Studium der Werkes Klees in seiner Zeit in München - bestimmt das Werk Takahashis bis zu seinem Tod im Jahr 1998.

 

Wir laden Sie ein durch 40 Jahre Malerei zu spazieren und sich visuell wie emotional mit den Werken von Yoshi Takahashi zu verbinden.

 

 

 

takahashi_grüne formation_1983_öl auf leinwand_100 x 140 cm_signiert und datiert_Privatbesitz_copyright Chiharu Takahashi und Kunstakademie Bad Reichenhall

 

 

takahashi_stillleben_1965_öl auf leinwand_60 x 70 cm_signiert or_Privatbesitz_copyright Chiharu Takahashi und Kunstakademie Bad Reichenhall_72dpi