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Ausstellung: Die Schönheit kann ebenso gut aus der Hölle stammen wie aus dem Himmel

 

Radierungen u.a. von Georg Baselitz, Stella Hamberg, Rosa Loy, Jonathan Meese, MariaOndrej, Vlado Ondrej, Neo Rauch, Christoph Ruckhäberle, Kristina Schuldt, Matthias Weischer

 

Eröffnung: Donnerstag, den 14. März 2019, 19 Uhr
Begrüßung: Monika Tauber-Spring, Kulturreferentin der Stadt Bad Reichenhall
Einführung: Stefan Wimmer, Direktor der Kunstakademie Bad Reichenhall
Ort: Städtische Galerie im Alten Feuerhaus, Aegidiplatz 3, 83435 Bad Reichenhall
Ausstellungsdauer: 15. März - 28. April 2019
Öffnungszeiten: Mi - Sa 15-18 Uhr, So 12-15 Uhr

 

Digital - Analog +++ Stars der Gegenwartskunst in Bad Reichenhall: Georg Baselitz, Jonathan Meese, Neo Rauch +++ Selbstbild und Fremdbild +++ Identität, Verwirrung, Standpunkt, Körperlichkeit +++ Wir über Uns!

 

 

In einer Zeit von Fake News, KI und der Ausweitung des Digitalen in alle Lebensbereiche hinein, beschäftigen sich immer mehr Künstler*innen mit dem Analogen und dem Physisch-Materiellen. Die kommende Ausstellung „Die Schönheit kann ebenso gut aus der Hölle wie aus dem Himmel stammen" widmet sich deshalb der analogen Drucktechnik der Radierung und dem Thema unserer Identität.


Wir freuen uns, dass wir in dieser Ausstellung Werke herausragender Künstler*innen der zeitgenössischen Kunst wie Georg Baselitz, Jonathan Meese, Neo Rauch ebenso wie junge aufstrebende Künstler*innen wie Stella Hamberg, Kristina Schuldt oder Christoph Ruckhäberle zeigen können.

 

Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat von Charles Baudelaire, das in einzigartiger Weise die Zwiespältigkeit des Strebens nach Schönheit und Vollkommenheit ausdrückt. Es ist unsere Leitidee dieser Ausstellung, die sich mit Fragen nach unserem Verhältnis zur Welt, unserer Identität und nicht zuletzt unserem Selbstbild im körperlichen Sinne beschäftigt.

 

Die Digitalisierung hat in gänzlich neuer Weise die Frage nach der Verortung des Einzelnen aufgeworfen und fordert insbesondere junge Menschen heraus, ihren Platz zu finden. Dieser Platz liegt sowohl im Inneren wie auch im Äußeren, im Physischen wie im Geistigen und nicht zuletzt im Ideellen. Künstler haben sich diesen Fragen im Spannungsfeld von Religion, Politik, Gesellschaft und Geschichte immer gestellt und dabei spezifisch individuelle Antworten geliefert, die uns Orientierung bieten. Wir möchten Sie einladen, die Suche nach uns selbst im Meer der künstlerischen Selbstbefragung zu starten und dabei so manchen unbekannten aber auch bekannten Kontinent zu erforschen.

 

Im 15. Jahrhundert entstand die Technik der Radierung, bei der eine Kupferplatte entweder geritzt oder geätzt, wird in Zusammenhang mit dem Buchdruck. Das sogenannte Tiefdruckverfahren diente nicht nur der medialen Verbreitung, sondern ist bis heute für viele Künstler*innen eine spannende Technik künstlerische Ideen umzusetzen und vorwiegend der Linie im Bild eine herausragende Bedeutung zuzuweisen.

 

Der Entstehungsprozess in Zeiten von Photoshop, 3-D Druckern und KI Programmen für Kreativität wird durch die physische Beanspruchung der Künstler*innen besonders bedeutsam. Dort wo der Körper, die Hand und das Denken in die Auseinandersetzung mit der Widerständigkeit des Materials wie der Kupferplatte oder der Leinwand treten, gewinnt physische und geistige Präsenz zueinander und bewirkt Ergebnisse, die wir anderweitig nicht erhalten würden. Die Hirnforschung hat in den vergangenen 20 Jahren eindrücklich bewiesen, dass Hand- und Hirnentwicklung eng miteinander verzahnt sind. Vorstellungskraft und physische Gestaltungskraft sind also wesentlich bedingt.

 

Es lassen sich unzählige unterschiedliche Verfahren der Radierung bis heute nachweisen, wie z.B. die Kaltnadelradierung, die Fotogravur, Kupferstich, Aquatinta und viele andere. Diese Varianz der Anwendung hat die beiden Künstler Maria und Vlado Ondrej so begeistert, dass sie ihren eigenen Verlag und die eigene Druckwerkstatt in der sogenannten Baumwollspinnerei in Leipzig, einem Zentrum für zeitgenössische Kunstproduktion und Ausstellungen, im Jahr 2009 gegründet haben.

 

Die vorliegende Ausstellung beruht weitestgehend auf ihrem Bestand und wir schätzen uns neben der Bereitschaft zur Leihgabe der Werke glücklich, sie auch als Dozent*innen an der Kunstakademie in Bad Reichenhall zu haben.

 

Stefan Wimmer +49 8651-3713 oder wimmer@kunstakademie-reichenhall.de

 

 

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